Ein grosser Traum geht in Erfüllung

Durch viele Erzählungen und vor allem aufgrund der großen Begeisterung meines Vaters, Dr. Matthias Moser, und meiner Schwester, Dr-medic stom. Aline Moser, über ihren gemeinsamen Einsatz für die AZB plus in Cabedelo (Brasilien), wurde meine Neugier geweckt! Auch ich wollte eines Tages, gemeinsam mit den beiden, zu einem zahnärztlichen Einsatz nach Brasilien reisen. Nachdem ich nun das fünfte Semester im Zahnmedizinstudium erreicht hatte, war es so weit und ich durfte endlich meinen Traum erfüllen! 

Um den Einsatzort Barra de Serinhaem zu erreichen, nahmen wir einen weiten Weg auf uns. Insgesamt dauerte die Reise ca. drei Tage, in dem ich am 04. Oktober 2019 von meiner Universitätsstadt Timisoara (Rumänien) nach Karlsruhe und dann von Frankfurt aus nach Salvador (Brasilien) flog. Nach einer Übernachtung in Salvador bei Dr. Gerd Pfeffer, wartete eine sechsstündige Autofahrt, eine Autofähre und eine kleine Bootsfahrt durch die Mangroven auf uns. 

Angekommen in dem kleinen abgelegenen Dorf mit ca. 900 Einwohnern, wurden wir in unsere Unterkunft gebracht, welches uns von der AZB für die freiwilligen Zahnärzte und Assistenten zur Verfügung gestellt wurde. Dort lernten wir Dr. Ralph Beleke und seine Frau Marlies kennen, mit denen wir uns die Unterkunft teilten und von Anfang an ein tolles Team im Dentomobil bildeten.

Jeden Morgen um 8 Uhr begann unser Arbeitstag. Das Dentomobil war bereits ausgerüstet mit den notwendigen Materialien und Instrumenten zum arbeiten. Mitgebracht wurde nur noch Anästhetikum, da dies für die Behandlungen häufig benötigt wird. 

Den Patienten wurde morgens eine Wartenummer verteilt, damit auch klar war, wer als nächstes an der Reihe war. Mit diesem System konnten sich das Team klare Ziele setzten, wie viele Patienten noch zu behandeln sind bis zum Ende des Tages.

Unsere Aufgaben führten von Zahnreinigungen sowie Zahnsteinentfernung bis zu Füllungen oder sogar Zahnextraktionen. Extraktionen kommen in solchen Einsätzen leider sehr häufig vor, da die Patienten nicht die Möglichkeit haben, sich von einem Zahnarzt behandeln zu lassen. Finanziell ist dies nicht für sie tragbar und auch vor Ort gab es keinen Zahnarzt. 

Mittags von ca. 12 bis 14 Uhr legten wir eine Pause ein, in der wir tolle traditionelle Gerichte von den Einheimischen zum Mittagessen bekamen. 
Besonders gefreut hatten wir uns, als ein Patient, ein Fischer, uns frisch gefangene Langusten als Dank für die Behandlung vorbeibrachte.

Ab 14 Uhr behandelten wir weitere Patienten, die sehnlich darauf warteten zahnärztlich behandelt zu werden. Bis schließlich gegen 18 oder 19 Uhr allen eingeplanten Patienten mit Erfolg geholfen werden konnte.

Beeindruckend war auch, dass einzelne Patienten noch makellose Zahnfüllungen hatten, die 13 Jahre zuvor vom letzten Einsatzteam der AZB plus in diesem Dorf gemacht wurden. Dies zeigte uns zusätzlich, wie langfristig wir den Menschen mit diesem Einsatz helfen können. Obwohl wir einigen Patienten Zähne ziehen mussten, verließ jeder Patient das Dentomobil mit einem dankbaren Lächeln.

In dem Augenblick, in dem wir einem Menschen seine Schmerzen lindern oder ihm seine Schmerzen sogar komplett nehmen konnten, wurde mir jedes Mal mehr bewusst, warum ich mich für diesen beruflichen Weg entschieden habe. 

Besonders dankbar bin ich meinem Vater und der AZB plus, welche mir diese Reise erst möglich machten. Weil mein Vater mir bei jeder Behandlung zur Seite stand und mich in jedem Schritt unterstützte, durfte ich unglaublich vel lernen und wertvolle Erfahrungen sammeln! Auch meine Schwester konnte in dieser Zeit bereits vollkommen selbständig arbeiten, da sie zwei Monate zuvor Ihr Zahnmedizinstudium erfolgreich abgeschlossen hatte.

In der gesamten Zeit haben Marlies und Tatiana, eine von der AZB zahnmedizinische Angestellte, sich um die Sterilisation und Patientenplanung gekümmert und uns die Materialien und Instrumente für die Behandlungen bereitgestellt.

Wertvolle praktische Tipps durften wir von unserem Vater und von Dr. Ralph Beleke, beide mit langjähriger Berufserfahrung, sammeln und erlernen.

Am 11. Oktober 2019 machten wir uns wieder gemeinsam auf den weiten Heimweg, um dann mit neuer Inspiration und voller Energie in der Universität und in der Praxis weiter daran zu arbeiten, Menschen helfen zu können.

Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Einsatz, sobald dies wieder möglich ist!

Sofia Moser